CFS-Finanzplatzindex Q1 2012

CFS-Finanzplatzindex stabil

  • Finanzinstitute rechnen wieder mit zunehmenden Erträgen
  • Staatsfinanzierung gilt als Hauptursache der Euro-Krise

Der CFS-Finanzplatzindex ist aktuell lediglich um 0,9 Punkte auf 107,5 Punkte gesunken. Das Geschäftsklima in der deutschen Finanzbranche präsentiert sich damit im ersten Quartal 2012 stabil. Im Vorquartal hatte der Index 5,5 Punkte eingebüsst. Sowohl die Beurteilung der Performance im vergangenen Quartal (107,8 Punkte), als auch die Einschätzung der aktuellen Entwicklung (107,3 Punkte) lassen über alle befragten Sektoren der Finanzindustrie hinweg auf ein stabiles Geschäftsklima schließen. Der Indexwert liegt mit 107,5 Punkten nach wie vor im positiven Bereich.


Die vier befragten Sektoren des CFS-Finanzplatzindex weisen in unterschiedlichem Maße gegenläufige Entwicklungen auf: Die Finanzplatzbezogenen Institutionen und Finanzplatzprofitierenden Dienstleister verzeichneten einen kräftigeren Rückgang (-5,7 Punkte). Die Finanzplatzorientierten Dienstleister berichteten dagegen von einer lediglich geringfügig veränderten Geschäftssituation (-0,7 Punkte). Die Finanzinstitute & Börse (Kern des Finanzsektors) beobachteten eine leicht verbesserte Geschäftslage (+0,4 Punkte). Als Ursache für die insgesamt leicht rücklaÅNufige Indexveränderung sind sinkende Umsatz- und Mitarbeiterzahlen in allen vier Unternehmensgruppen zu nennen.


Finanzsektor stabilisiert sich
In der Gruppe der Finanzinstitute & Börse hat sich das Geschäftsklima im abgelaufenen Quartal leicht aufgehellt (+1,5 Punkte). Die verbesserte Geschäftslage ist insbesondere auf einen unerwartet deutlichen Anstieg der Erträge (+11,4 Punkte) zurückzuführen. Auch für das laufende Quartal rechnet die Gruppe Finanzinstitute & Börse wieder mit steigenden Erträgen (+5,9 Punkte) bei leicht sinkendem Geschäftsvolumen (-1,8 Punkte). Darüber hinaus erwartet die Mehrheit der Unternehmen dieser Gruppe einen Rückgang des Beschäftigungsniveaus (-3,6 Punkte).

In der Gruppe der Finanzplatzorientierten Dienstleister hat sich die Geschäftssituation im vergangenen Quartal verschlechtert (-3,2 Punkte). Trotz einer relativ stabilen Ertragslage (+4,1 Punkte) verzeichnete die Gruppe einen deutlichen Rückgang bei Umsatz- und Mitarbeiterzahlen (-4,4 Punkte bzw. -5,6 Punkte). Der Ausblick auf das laufende Geschäft ist jedoch positiv (+1,7 Punkte). Die Gruppe rechnet wieder mit steigenden Erträgen (+2,5 Punkte), einem Anstieg der Mitarbeiterzahlen (+2,0 Punkte) sowie einer Zunahme des Investitionsvolumens (+4,7 Punkte).

In der Gruppe der Finanzplatzbezogenen Institutionen und der Finanzplatzprofitierenden Dienstleister hat sich die Geschäftslage im abgelaufenen Quartal ebenfalls verschlechtert (- 3,7 Punkte). Das eingetrübte Geschäftsklima ist auf einen deutlichen Rückgang der Beschäftigtenzahlen (-14,2 Punkte) zurückzuführen. Auch die Aussichten auf das laufende Quartal versprechen keine Verbesserung der Geschäftssituation (-7,6 Punkte). Die Mehrheit der Unternehmen dieser Gruppe rechnet mit sinkenden Erträgen und Investitionen. Insgesamt schätzen alle vier befragten Gruppen die künftige internationale Bedeutung des Finanzplatzes Frankfurt positiver als vor drei Monaten ein (+2,3 Punkte).

Finanzierung der Staaten wird als Hauptursache der Euro-Krise angesehen

Auf die Frage, in welchem Ausmaß die Verschuldung der Staaten und die Instabilität des Bankensystems für die derzeitige Krise verantwortlich ist, ist die Mehrheit des Finanzplatzes der Meinung, dass die Hauptursache in der Finanzierung der Staaten (69%) liegt, und die Fragilität des Bankensystems lediglich zu 31% zur derzeitigen Krise beiträgt. Diese Einschätzung wird sowohl von Kreditinstituten wie auch den Nicht-Kreditinstituten geteilt. Auch unter den öffentlich-rechtlichen Banken, Genossenschaftsbanken und privaten Geschäftsbanken herrscht in diesem Punkt Einigkeit.


Mehr Ergebnisse des aktuellen CFS-Finanzplatzindex erhalten Sie unter:


Konstruktion des Index

Der CFS-Finanzplatzindex basiert auf einer vierteljährlich durchgeführten Managementbefragung unter aktuell über 400 Unternehmen des Finanzstandortes Deutschland. Der Index fasst qualitative Angaben bezüglich der Unternehmenskennzahlen Geschäftsvolumen, Ertragssituation, Mitarbeiteranzahl und Investitionen bezüglich des gerade vergangenen und aktuellen Quartals zusammen. Die vier angesprochenen Bereiche repräsentieren zusammengenommen in Ansätzen die volkswirtschaftliche Wertschöpfung der Finanzindustrie. Konstruktionsbedingt beträgt der maximale Indexwert 150, der minimale 50; ein Wert von 100 signalisiert eine neutrale Stimmungslage. Bei der Umfrage handelt es sich um eine Panel-gestützte Erhebung bei Unternehmen und Institutionen der Finanzindustrie und der von ihr direkt und indirekt profitierenden Unternehmen. Die zugrundeliegende Definition ist sehr weit gefasst und beinhaltet nachfolgende vier Gruppen.

 

Seitenaktionen

Bookmark

EmpfehlenDrucken