Geschichte des Finanzplatzes

Historisch gewachsene Stärke


Der Blick auf die eigenen Wurzeln erleichtert das Verständnis für die Faktoren, die einen Finanzplatz zu einem bedeutenden Finanzzentrum machen. Das gilt auch für Frankfurt am Main, dessen Tradition als internationaler Finanzplatz bis ins Mittelalter zurückreicht.

Dem Aufstieg Frankfurts zu einem bedeutenden internationalen Finanzzentrum nach dem Zweiten Weltkrieg sind frühere Blütezeiten als Finanzplatz von internationalem Rang vorausgegangen. Zum Ende des 16. Jahrhunderts war Frankfurt die wichtigste „Clearingstelle“ und der Zahlungsort für die an den Warenhandel geknüpften Finanzgeschäfte im Deutschen Reich geworden. Im 17. Jahrhundert avancierte es auch zu einem Zentrum des internationalen Wechselhandels. Etwa 200 Jahre später galt Frankfurt als führender Kapitalmarkt im internationalen Anleihegeschäft. Mit dem verspäteten Einstieg in die Aktienfinanzierung und im Zuge der Reichsgründung büßte Frankfurt allerdings zunächst seine Stellung als führender deutscher Finanzplatz von internationaler Bedeutung zugunsten Berlins ein. Erst die Besatzungspolitik der Westmächte nach der „bedingungslosen Kapitulation“ des Deutschen Reiches bahnte den Weg für den Wiederaufstieg Frankfurts zu einem bedeutenden und zum heute führenden deutschen Finanzplatz. Nach der Entscheidung der Westalliierten, den Sitz der Zentralbank an den Main zu legen, und der Rezentralisierung der nach dem Krieg zerschlagenen Großbanken legten viele Banken ihren Hauptsitz und weitere zentrale Funktionen nach Frankfurt. Von der am Ende der Sechzigerjahre einsetzenden Internationalisierung des Finanzwesens profitierte Frankfurt nicht nur als bedeutendster nationaler Bank-, sondern in besonderer Weise auch als Börsenplatz, und die in Frankfurt ansässige Wertpapierbörse stieg nach und nach zur Leitbörse für Deutschland auf.

 

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